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Ratgeber Erschöpfungssyndrom

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Erschöpfungssyndrom
Wissenswertes zum Erschöpfungssyndrom

Menschen mit Erschöpfungssyndrom leiden oft unter großen körperlichen und psychischen Belastungen. Oft tritt auch sozialer Druck hinzu. Manchmal versuchen die Betroffenen daher, die Erkrankung und die Symptome zu verheimlichen. Angst vor Arbeitslosigkeit und die Unfähigkeit zu arbeiten, können zu materiellen Ängsten führen. Ein Energiemanagement ist sinnvoll, wenn nur eingeschränkt Kräfte zur Verfügung stehen. Man sollte sich an den eigenen Energiehaushalt anpassen, diesen akzeptieren und regelmäßig leichte Belastung vornehmen. Ein gut strukturierter Tagesplan ist eines der Ziele der Therapie beim Erschöpfungssyndrom.

Wissenswertes zum Erschöpfungssyndrom

Zur Situation von Patienten mit Erschöpfungssyndrom

Der Patient mit Erschöpfungssyndrom ist nicht nur mit seiner Erkrankung und mit seiner Symptomatik konfrontiert, sondern auch mit der drängenden Frage nach den Ursachen. Die Krankheit ist oft nicht offensichtlich und schwer zu diagnostizieren. Ist ein Erschöpfungssyndrom dann festgestellt worden, trifft der Betroffene oft auf Unverständnis. Viele Patienten werden für faul oder nachlässig oder für Hypochonder gehalten. Sie treffen oft auf ein schlecht informiertes Umfeld; man hält sie oft für psychisch instabil. Der soziale Druck, der auf ihnen lastet, ist also nicht zu unterschätzen.

Auch die psychischen Folgen des Lebens mit Erschöpfungssyndrom sind enorm. Der Betroffene leidet unter seiner Unfähigkeit, am Leben teilzunehmen, einen Beruf auszuüben, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten. Schließlich treten nicht selten auch finanzielle Schwierigkeiten auf, wenn die Menschen nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu ernähren und für ihren materiellen Lebensunterhalt aufzukommen. Daher versuchen viele Menschen mit Erschöpfungssyndrom, ihre Krankheit zu verheimlichen und ihre Symptome zu verbergen. Angst vor Arbeitslosigkeit, dem eigenen, öffentlichen Versagen oder Scham können dazuführen.

Pacing: sinnvolles Energiemanagement beim Erschöpfungssyndrom

Für den Betroffenen mit Erschöpfungssyndrom ist es von essenzieller Bedeutung, mit der verbliebenen Energie und den zur Verfügung stehenden Kräften auszukommen. Wer sich bei einem Erschöpfungssyndrom stark belastet, zum Beispiel mit exzessivem Sport, läuft Gefahr, in sogenannten Push-und-Crash-Zyklen zu enden. Dies bedeutet, dass sich bei ausgelaugtem Körper die Symptome des Menschen mit Erschöpfungssyndrom verschlimmern.

Sinnvoller ist beim Erschöpfungssyndrom das Pacing. Damit ist das psychische wie geistige Akzeptieren der Grenzen der eigenen Energie beim Erschöpfungssyndrom gemeint, bei gleichzeitiger regelmäßiger leichter Belastung. Dabei sollte die Belastung (z. B. Teilzeit-Arbeit oder leichter Sport) an die Energien des Betroffenen angepasst sein und die Belastungsgrenzen nicht überschreiten. Um dieses Ziel zu erreichen, sollte der Sport von einer entsprechenden Fachkraft angeleitet sein. Auch die Kombination mit einer Psychotherapie kann sinnvoll sein.

Ein fester Tagesrhythmus beim Erschöpfungssyndrom

Patienten mit Erschöpfungssyndrom neigen oft dazu, alle Tätigkeiten aus Müdigkeit zu vernachlässigen und sich nur noch mit der eigenen Erkrankung und den eigenen Symptomen zu beschäftigen. Dies kann die Symptomatik verfestigen und führt oft nicht zu einer Erleichterung. Also ist es notwendig, in der Therapie diesen Teufelskreis zu durchbrechen und einen festen Tagesplan einzuführen. Dieser Tagesplan beginnt mit kleinen Aufgaben: z. B. morgens pünktlich aufstehen, mittags am Sport teilnehmen, abends mit Freunden treffen. Tagsüber zu schlafen sollte möglichst vermieden werden. Schlafen bringt beim Erschöpfungssyndrom nicht die gewünschte Erholung und bringt den Tagesrhythmus zum Erliegen. Ein solcher Tagesplan sollte dann nach und nach erweitert werden.

Fedor Singer

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Diagnose Erschöpfungssyndrom

Um die Diagnose eines Erschöpfungssyndrom gesichert zu stellen, müssen andere Krankheiten, die die Erschöpfung verursachen können, mittels Laboruntersuchungen etc. ausgeschlossen werden. Dies liegt daran, dass es für das Erschöpfungssyndrom noch keine eindeutigen Tests gibt. Es erfolgt eine gründliche Anamnese, also ein Patientengespräch. Die Krankengeschichte wird herangezogen und die geistige und psychische Verfassung des Patienten wird geklärt. Der Arzt sucht nach typischen Symptomen der Erkrankung. Eine körperliche Untersuchung hilft, einzelne körperliche Symptome eines Erschöpfungssyndroms aufzudecken. Für die Diagnose einer Mitochondriopathie muss die Zellatmung überprüft werden. Dies geschieht im Rahmen von Laboruntersuchungen, z. B. anhand der LDH-Isoenzyme.

Zur Entstehung eines Erschöpfungssyndroms gibt es verschiedene Vermutungen, aber noch keine gesicherten Erkenntnisse. Oft liegt eine genetische Veranlagung vor. Gehirnveränderungen und Stresshormone können die Krankheit auslösen. Die psychische Verfassung des Patienten spielt eine Rolle, ebenso etwaige Lebenskrisen oder Traumata aus der Kindheit. Stress beeinflusst die Krankheit negativ. Manche Forscher vermuten, dass ein Virus für das Erschöpfungssyndrom verantwortlich ist. Störungen des Immunsystems des Menschen kommen ebenfalls als Ursache infrage. Oft besteht ein Zusammenhang zwischen dem Erschöpfungssyndrom und einer Mitochondriopathie.

Unter Erschöpfungssyndrom versteht man einen länger als sechs Monate dauernden Zustand der Müdigkeit und Erschöpfung. Man spricht auch vom „Chronic Fatigue Syndrom“ (CFS). Mit Erholung oder Schlaf lässt sich das Erschöpfungssyndrom nicht beheben. Die Patienten sind in ihrer Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit erheblich eingeschränkt. Die Lebensqualität leidet. Nicht selten sind Menschen mit Erschöpfungssyndrom ans Bett gefesselt. Oft haben Betroffene geschwollene Lymphknoten und Hals-, Gelenk- und/oder Muskelschmerzen. Auch Kopfschmerzen sind nicht ungewöhnlich. Das Gedächtnis und die Fähigkeit zur Konzentration können in Mitleidenschaft gezogen werden. An ein Erschöpfungssyndrom können sich Gereiztheit, Angststörungen oder Depressionen anschließen.